BeninKunst.de > Künste & Traditionen > Bibliographie > Benin um 1700 > Dokumente

Benin um 1700 / Benin Bibliographie / Benin. Künste und Traditionen.

Dokumente > Europäische Fremd-Deutungen (Schriftquellen)
Documents > European Othering-views (written sources)
- introduction German only -

Einführung [vgl. KuT]

15. bis 17. Jahrhundert
18. und 19. Jahrhundert
Übersichten (Fage) / Quellentexte

15. BIS 17. JAHRHUNDERT.

Wohl seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren zunächst portugiesische, später auch holländische und englische Seefahrer auf der Suche nach Profit aus dem Handel mit Pfeffer, Stoffen, Elfenbein, späterhin vor allem Sklaven an der Küste West-Afrika´s gelandet. Früheste portugiesische Absichten zu Kontakten mit der Westküste Afrikas entwickelte der Infant Heinrich von Portugal, dessen Fernziel die Vollendung der auf der iberischen Halbinsel begonnenen „Reconquista“ und die Bekämpfung des Islam wie auch die wirtschaftliche Eroberung der Gold- und Sklavenmärkte war. Denn zu dieser Zeit hatte die Pest in Europa viele Menschen das Leben gekostet, sodass neue Arbeitskräfte dringlich gebraucht wurden.

Mit der Absicht, spanischen Bestrebungen zu eigenem Handel bis nach Indien zuvorzukommen, wandte sich der portugiesische Thronerbe an die Kurie in Rom, fand Gehör bei Papst Nicolaus V. Dieser richtete 1455 schließlich an ihn und seinen in dieser Beziehung eigentlich nicht sonderlich aktiven Vater Alfonso V. die päpstliche Bulle Romanus Pontifex, die ihn nebst Ergänzungsschreiben vom 8. Januar 1455 mit dem Monopol ausstattete, im afrikanischen Teil des Atlantik´s Schifffahrt und Handel zu betreiben, welches formal bis 1536 erhalten blieb. Dessen Onkel, der ihm als João II. auf den Thron folgte, veranlasste dann erste Erkundungsreisen.

Erste Kontakte zur Bucht von BENIN werden zumeist spätestens für diese Zeit - etwa um 1470 (wahrscheinlich 1472) - angenommen. D´Aveiro begründete dann etwa 1485 eine Niederlassung an der Küste, welche einem doppelten Ziel verpflichtet war. Zum einen sollte ein regionaler Handel mit den sogenannten Gold- und Sklaven-Reichen und zum anderen eine Zwischenstation auf dem Seeweg nach Indien eröffnet werden (vgl. EKUNDARE 1973 : 25). Ruy de Pina vermerkte über diese glanzvollen Leistungen in Verantwortung seines Königs, das Land BENY [BENIN] jenseits MYNA am RIOS DOS ESCRAVOS sei 1486 erstmals von Joham Affom da Aveiro entdeckt worden. Und schon bald habe man große Mengen Pfeffers, dem Handel durch den König im BENIN vorbehalten, verschickt. Daraufhin erzielte dieser schnell höchste Preise, da man ihn sehr wert schätze. Auf Pina geht auch die späterhin wiederholt vertretene Behauptung zurück, der König des BENIN habe einen Einheimischen als Botschafter zum König Portugal´s entsandt. Dieser sei einer seiner Obersten aus einem Küsten-Ort, bei Pina als UGATO [UGHOTON] erwähnt, und soll ausgeschickt worden sein, von den fremden europäischen Ländern Weiteres zu erfahren. Jenen Gesandten stellte Pina als Mann großer Klugheit und Beredsamkeit vor. Zu dessen Ehren habe man in Portugal ein reiches Fest ausgestattet und ihn mit der " Bedeutung " des fernen Königreiches bekannt gemacht, bevor er in sein eigenes Land zurückkehren konnte.

Pina belegt des weiteren einige " geheiligte katholische Berater (Jesuiten?) ", die den Ketzereien und dem " Fetischglauben [Feiticarias] der Neger " begegnen sollten. Gleichfalls habe man - seit den 1480er Jahren wiederholt - eigene Händler [Feitores] ausgeschickt, um im BENIN zu verbleiben und besagten Pfeffer nebst weiteren Waren aufzutun. Doch wegen des Umstandes, dass sich BENIN für die Gesundheit als sehr gefährlich - ein späterhin noch mehrfach aufgenommenes Motiv in Darstellungen zum BENIN[-Fluss] - und nur wenig gewinnbringend erwiesen habe, beendete man den Handel. Seit dieser Zeit führte João II. den Titel Senhor de Guiné, mit dem er seine vermeintlichen Ansprüche dokumentierte , und betrieb einen umfangreichen Handel mit dem lokalen Pimenta de Rabo, Schwanzpfeffer, der jedoch schon im ausgehenden 15. Jahrhundert (um 1497) unbedeutender wurde, als das Piper Nigrum verstärkt von Indien aus verschifft wurde.

Fünf Jahrzehnte nach Pina berichtete Joao de Barros von der Ankunft der Portugiesen rückblickend weitgehend ähnlich. Er ergänzte jedoch die Auskunft, wie gering der Erfolg besagter Missionen gewesen sei. Der König von BENIJ [BENIN] sei weiterhin seiner " Götzendienerei " ergeben. Gleichwohl erbrächte der Handel im Hafen von GATO [UGHOTON] gute Profite und man erziele für Sklaven und Gold hervorragende Preise. Zwar sein viele der Priester und Händler alsbald zurückbeordert worden, doch blieb über MINA der Handel mit Sklaven noch lange Zeit - sowohl unter Dom João als unter Dom Manuel - lohnenswert. Erst João III. habe vom Sklavenhandel, Barros zufolge in Sorge um das Schicksal der ihrer Gnade der Taufe beraubten Ungläubigen, abgelassen .

Aus der Zeit des frühen 16. Jahrhunderts sind weitere Dokumente überkommen, die ein späteres Zeugnis für den missionarischen wie militärischen Eifer im Kontakt zum BENIN ablegen. Beachtenswert sind die für 1514 verzeichneten Pläne zur Ausstattung von auszusendenden Missionaren durch ein Schreiben Dom Manuel´s an Ruy Leite, der als Verwalter bei Hofe vorgestellt ist. Des weiteren ist ein Schreiben aus der Feder Bastio de Vargas´ (Verwalter beim CASA DA MINA) und Johao de Ferreira´s erhalten. Darin bestätigen diese den Erhalt einiger zuvor in Auftrag gegebener Gewänder aus Angorawolle, seidener bzw. leinener Roben und Alben [liturgische Hemden] für die nach BENY [BENIN] wieder zu entsendenden Priester. Sein es Kanonen oder jegliche andere Waffen, so Dom Manuel in seinem Entsendeschreiben zudem, könnten bald den Geistlichen folgen, als denn die lokale Herrschaft und das fremde Volk in weiter Ferne die Unterrichtung zum " wahren Glauben " annehme und in christlicher Verheißung " gerettet " werde. Gerne helfe man dann - materiell im Krieg gegen feindliche Nachbarn - weiter.

Ähnliches ist aus den von den Brüdern Jean Théodore und Jean Israel de Bry über BENIN-Stadt gesammelten Berichten zu erfahren, ergänzt um erste Hinweise auf die Menschen und ihr Land. Noch detailreicher berichtete bereits Duarte Pires im Oktober 1516 an seinen König in Portugal, dass er selbst dem OBA sehr vertraut sei und sogar mit dessen Sohn gemeinsam die Speisen eingenommen habe. Es ist aber dazu sehr fraglich, welche Beziehung Pires und Andere tatsächlich zum Herrscher im BENIN unterhielten. Denn vor allem schmeichelten diese ihrem heimischen Auftraggeber darin, dass sie berichten konnten, wie sehr sich der König von BENJM [BENIN] über die Wohltaten der Fremden erfreue und entschlossen sei, deren guter Freund und Handelspartner zu werden. Ebenso rechtfertigten sie sich auch selbst als Entsandte.

Und so berichtet Pires weiter, dass den König nur ein bereits mehr als ein Jahr andauernder Kriegszug bislang davon abgehalten habe, mit seinem Sohn und allen Würdenträgern, den Obersten den Reiches, endlich Christen zu werden. Auch wolle dieser eine Kirche bauen und das Lesen unterrichten lassen sowie noch mehr Priester im eigenen Land willkommen heißen. Welche Motive der OBA von BENIN dafür gehabt haben mag, wenn Pires hier überhaupt tatsachenhaft berichtete, bleibt unklar.

Ein anonymer Portugiese verbreitete seine Seefahrereindrücken von der Küste Guinea´s aus der Zeit zwischen 1535 und 1550 (meist 1540 datiert) in Rasmusio und gibt darin Auskunft, was man von den " zahlreichen Stämmen unter ihren Negerkönigen " an der Westküste Afrika´s wissen müsse, um die Seefahrt nach Guinea, an die Küste von MELEGETE, das Königreich des BENIN und das Königreich von MANICOGO bewältigen zu können . Unter anderem belegt dieser Portugiese einige Gemeinschaften von Muslimen, verweist sonst auf Heiden, die ihre Könige als aus dem Himmel kommend anbeteten und glaubten, diese äßen nichts und lebten trotzdem. Ihr Glaube richtete sich an die Sonne, zu der die unsterblichen Geister ihrer Toten aufstiegen. Beim Tod des Königs träfen dessen nächste und wichtigste Untertanen zusammen, um dessen Leichnam in einer großen Senke ins jenseitige Leben zu folgen. Der anonyme Seefahrer berichtete weiter, wie man so alle, denen diese Ehre zuteil werde, unter einem großen Stein lebendig begrabe und über Tage abwarte, wie einer nach dem andere elendlich versterbe.

Und schon um 1540 werden als weiterhin berichtenswert das große Fest zu Ehren des neuen Herrschers, aber auch manch unsittliche Gewohnheit, etwa ohne jede Ordnung zu essen und reichlich Palmen-Wein zu trinken, erachtet. Auch gibt uns der Bericht ausführlich Kunde von der einheimischen borstigen Frisur, dem umfänglichen " Aberglauben an g´rade das Nächstbeste ", von der kargen Kleidung und dass Manche völlig nackt als Sklaven verkauft werden, vom Schmuck aus Glas und nur oberflächlich von wenigen Erzeugnissen der Metall- und Tuchverarbeiter, von Süßkartoffeln und deren üblichen Anbau (zu Geweben siehe ANKERMANN 1922). Des weiteren weist er die Einheimischen als in stetigem Krieg befindlich aus. Insgesamt - und darin nicht nur auf BENIN bezogen - stellte er so einen " Katalog konkreter Fragen " vor, die für andere Seefahrer und Kaufleute von Belang sein konnten und noch wiederholt aufgegriffen wurden. Schon zur Mitte des 16. Jahrhunderts waren damit m. E. bestimmte Ansichten und Standpunkte " etabliert ", die über drei Jahrhunderte lang von anderen Interpreten wiederholt aufgenommen wurden.

Über diese Zeit berichtete wiederum Joao de Barros (vgl. nach CRONE 1937, HODGKIN 1960, ²1975 sowie RYDER 1965). So sein weitere Gesandte des Königs von BENIJ [BENIN] nach Portugal gekommen. " Bei einem Alten unter diesen " habe man ein Kreuz nach der Art der Ritter des Johanniter-Ordens gesehen. Danach befragt, sei zu erfahren gewesen, dass weit östlich vom BENIN ein anderer Herrscher lebe, welcher der " verehrteste und mächtigste König unter allen" sei. Von diesem König, OGANE genannt, empfingen die Könige von BENIJ [BENIN] nach alter Sitte beim Antritt ihrer Regierung zum Zeichen der Legitimität ihr herrschaftliches Gepränge, so Barros weiter. Ohne diese Insignien werde der BENIN-Herrscher nicht gerecht regieren können und dürfe sich überhaupt nicht rechtmäßiger Herrscher nennen. Nur den Fuß jenes heiligen OGANE, versteckt hinter seidenen Überhängen, bekäme der BENIN-König im Osten während dieser Vergabe der Insignien überhaupt zu sehen.

Wenige Jahre später, datiert 12. August 1553, nahmen die Seefahrer Thomas Windam und Anthonie Anes Pinteado unter englischer Flagge an Bord der Primerose und Lion, von der Pinnasse Moone begleitet, Fahrt von Portsmouth über Madeira und St. Nicholas nach dem großen Fluss von SESTO vor Guinea auf. Richard Eden gab später nach Hören-Sagen ausführliche Auskunft über diese Reise, hob die Strapazen der Fahrt und die Querelen der beiden Schiffsführer hervor. Schließlich sei man, so Eden zur Ehre der englischen Seefahrt ausmalend, an der Mündung des Flusses von BENIN angelangt, wo man Anker warf und besagte Pinnasse weitere 50 bis 60 Leagues flussaufwärts fahren ließ. Einige der Fahrenden, darunter Pinteado und Nicholas Lambart, sollen dann zu dem weitere zehn Leagues vom Fluss entfernt liegenden Hof des Königs weitergezogen sein. In einem dessen Räume, die Wände aus bloßer Erde gefertigt und darüber ein sonnendurchflutetes Dach, wollen die Fremden dort den Herrscher persönlich gesprochen haben. Nach Hören-Sagen berichtet Eden weiter, dass die Einheimischen dessen Antlitz niemals anschauen dürften, sondern sich in seiner Gegenwart hinkauerten, sich auf ihr Gesäß setzten und die Ellbogen auf ihre Knie legten, die Hände vor das Gesicht, keinesfalls aufsehend, es sei denn, der Gebieter befehle ihnen dies. Der Herrscher, Eden zufolge der portugiesischen Sprache mächtig, habe sodann wissen wollen, welchen Grund die Reise der Fremden habe. Und rasch einigte man sich auf den Tausch der mitgebrachten Waren gegen Pfeffer, der von Einheimischen bis zum Flussufer gebracht und von diesen wohl auch auf die Pinnasse verladen wurde.

Im ausgehenden 16. Jahrhundert berichtete der englische Seefahrer und Händler Anthony Ingram von einer Reise, die ihn an Bord der Richard of Arundell zusammen mit John Newton und William Bird, dem Sohn des Finanziers dieser Reise, John Bird, bis an die Küste Guinea´s führte. Man war im Dezember 1588 von England aufgebrochen und hatte um den 14. Februar 1589 die Bucht vor BENIN erreicht. Doch, so Ingram weiter, habe die Arundell wegen Niedrigwassers die dortige, berühmt-berüchtigte Sandback nicht queren können und stattdessen die beifahrende Pinnasse den Fluss hinauf bis GATO [UGHOTON] geschickt. Mit etwa 200 Trägern für die mitgebrachten Güter sei man um den 25. Februar in die Stadt BENIN gelangt und haben dort am darauffolgenden Tag den Hof des Herrschers aufgesucht. Doch sei man diesem noch nicht begegnet, da er gerade mit Zeremonien beschäftigt sei. So verhandelte man mit dessen " Veadore ", den Eden als bedeutenden Mann und wichtigen Unterhändler zu den Fremden vorstellte, und erwarb neben Pfeffer auch Elfenbein.
Wiederum einige Tage später, datiert auf den 1. März 1589, sei es zu einem kurzen Treffen mit dem König gekommen, von dem der Bericht jedoch überdies schweigt. Erst einige Tage später erhielt man dann die gewünschten Körbe Pfeffers, bis zum 9. März insgesamt 64 Seren und dazu 28 Elfenbeinzähne, doch erkrankten wegen eines Fiebers etliche Mitglieder der Mannschaft und einige, darunter auch William Bird, verstarben. So fuhr man zwar erfolgreich, aber persönlich schwer getroffen wieder ab .

James Welsh legte des weiteren von seiner Sichtweise zu eigenen Reisen an Bord der Richard of Arundell sowie über das Essen, die Getränke und zur Freundlichkeit der Schwarzen einen eigenen Bericht vor. Auch er berichtete über Pfeffer und Elfenbein . In seinem ersten Bericht vermerkte Welsh, wie man vor Ratcliffe am 12. Oktober 1588 die Anker gelichtet habe und am 13. Februar 1589 an der Küste West-Afrika´s angelangt sei. Schließlich im BENIN-Fluss angekommen, wie Welsh hier einführte und für spätere Interpreten fundierte, finde man die Bäume dort unübertrefflich schön gewachsen vor - und das östliche liege höher als das westliche Ufer. Am 16. März 1589 habe der mitfahrende Anthonie Ingram von der Pinnasse aus sodann Dutzende Säcke Pfeffer und wiederum Elfenbeinzähne laden lassen und am Ende des Monats - nach dem zwischenzeitigen Tod von Kapitän Thomas Hemsted - weitere 159 Sack Pfeffer und nochmals Elfenbein aufgenommen. Dafür verschiffte man, so Welsh weiter, leinene und wollene Stoffe, verschiedenste metallene Gegenstände, besonders Manillen [Spangen] und Stangen aus Kupfer, aber auch Glasperlen. Die Waren, die man neben besagtem Pfeffer mit in die englische Heimat brachte, waren Palmöl (vgl. TULEY 1965 a / b sowie TULEY; RUSSEL 1965), " eigenwillig aus Wolle gewobene Kleider " und solche aus der Rinde von Ölpalmen. Weiter berichtet Welsh, man verwende hier Muscheln zum Tausch, bereite das Brot aus (Yams-)Wurzeln und gewinne Wein von den Palmbäumen (zum Yams siehe bspw. ALLISON 1962 und AKINYEYE 1977). Auch finde man hier duftende Seife, geflochtene Matten und Körbe, aparte Plantans [Bananen] sowie Honig - und eigentümlich geschnitzte " Elfenbeinlöffel ", die so manches Ungetüm ziere. Die Einheimischen sein allesamt sehr freundlich; allein dass sie solange nackt sein, bis sie verheiratet würden, ergänzt Welsh denn doch als " außerordentlich ". Als Seefahrer verwies er schließlich noch auf enorme Gewitter mit Blitzen, wie sie auch später wiederholt belegt sind. Ob sich Welsh nur vor der Küste oder auch in BENIN-Stadt aufgehalten hatte, bleibt unklar. In weiterem Bericht führt er über seine zweite Fahrt (von September 1590 bis Dezember 1591) ergänzend aus, dass man neuerlich Pfeffer (589 Sack) sowie Elfenbeinzähne (ca. 150) und reichlich Palmöl habe mitbringen können .

Von der großen Stadt BENNIN [BENIN], den dortigen Häusern, Edelleuten und dem Palast des Herrschers zeigte sich um 1600 ein - in älteren Beiträgen wohl unrichtig als Dierick Ruiters identifizierter - Anonymus, "D. R.", beeindruckt . Mehrfach breiter als im holländischen Amsterdam und so lang, dass man deren Ende gar nicht sehen könne, sein in jener Stadt die Straßen. Größere wie kleinere Häuser gebe es. Ein nur aus Holz gefertigtes Tor sei so groß, dass man zu Pferde einreiten könne. Und ein tiefer Festungsgraben finde sich hier, der jedoch trocken und voller Bäume die Stadt ansehnlich umschließe.
Doch, so D. R. aufschlussreich, habe er manchen weiteren Teil der Ortschaft sich nicht ansehen dürfen, da dies den Fremden - trotz der Aufsicht durch einen Einheimischen - verboten sei. Unterschieden nach Ansehen und Rang der Bewohner stellte D. R. in diesem Zusammenhang die Häuser in Aufbau und Größe vor, verwies erstmals auf die Besonderheit einer Veranda (später meist als Galerie bezeichnet, vgl. u.a. NWAFOR 1979) und erwähnte - wie auch schon Eden zuvor - das offene Dach im Inneren. Aus roter Erde und in erheblicher Stärke gebaut stünden die Mauern derart fest, trotzten sogar manch starkem Regen.
Den Hof des Königs, darin den üblichen Bauten kaum verschiedenen, will auch D. R. wiederum selbst besucht haben. Überall finde man dort Wachen in den Galerien vor und habe vier große Plätze zu durchqueren, bevor man in die Pferde-Stallungen des Herrschers gelange.

Mehr spekulierend wird auch vom Adel und den zahlreichen Kriegern berichtet, die allesamt beritten sein. Ihnen beigestellt habe ein jeder Edelmann einige Knechte, welche ihre Herren stets mit Musik begleiteten und durch große Schilde vor der Sonne schützten. Ebenfalls verfügten sie über sehr viele Sklaven, die ihnen Wasser, Yams und Palmöl tragen. Unter den Edelleuten hebe sich ein Hauptmann besonders hervor, der sein Amt sehr stolz und tapfer ausführe. Im Zusammenhang zu diesem obersten Soldaten des Königs erwähnt der Anonymus auch einige Waffen, darunter Schilde und Assagaien [Speere], sowie lederne Halsriemen. Von seinen edelsten Leuten unterscheide sich der König vor allem darin, dass er besonders viele Frauen habe - D. R. zufolge mehr als 600. Nur zu zwei Gelegenheiten im Jahr verlasse dieser den Hof und suche die Stadt auf. Dabei zeige er seine Macht und den Reichtum, gebe Speisen aus, unterhalte so das eigene Volk.
Auf den Marktplätzen handle man mit allerlei Tieren, wobei D. R. - mit Verweis auf Hunde, Affen, Ratten und Papageien zum Verzehr - seine Leser wohl in allergrößtes Erstauen versetzt haben dürfte. Als Gegenstände alltäglichen Gebrauchs führt er dort noch Schüsseln und Stoffe nebst verschiedenen Waren aus Eisen vor (zu Eisen und der Gottheit OGUN vgl. BARNES; GIRSHICK BEN-AMOS 1983 und 1989) - und auch Frauen verkaufe man auf diesen Märkten.
Über Haartracht und Kleidung (vgl. OGUNWALE 1972), die allgemeine Nacktheit der Unverheirateten und die Körpermale (IWU) führt unser Anonymus zur Zeit um 1600 neue Kunde aus (vgl. NEGRI 1964a, AISIEN 1986), äußert sich erstmals und sehr umfänglich über die ihm fremdartigen Rechtsgebräuche, vor allem die leichtfertigen Hinrichtungen im BENIN und dass man die so Getöteten den Vögeln zum Fraß vorwerfe. Ferner achte man im BENIN zwar die Fremden, sei aber sonst sehr ehrsüchtig und eigentlich nur der Entlohnung wegen ein guter Freund.

Von seinen Afrika-Reisen (1603/04) über ACCRA, ARDEN [ARDRA] bis zum RIO DE LAGO und nach BENIN berichtete der schwäbische Weltenbummler Andreas Josua Ultzheimer dann 1616 . Über sein Erleben erinnerte er als besonders bemerkenswert, dass ein dem König zugehörender Ort gerade gegen diesen rebelliert und der König sich daher an die Fremden gewendet habe, ihm zu helfen. Und derlei, so Ultzheimer weiter, geschah denn auch, woraufhin man gemeinsam diese Stadt niederwarf. Der Aufforderung, den europäischen Fremden überlassene Hennen an die eigenen Götter zu opfern, konnte man jedoch nicht nachgekommen. Im BENIN hingegen habe man reichlich, auch Menschen, blutig an den Teufel geopfert, welchen man gleichsam für einen Gott halte.

Auch Ultzheimer will dann wiederum in der Stadt jenem nur einmal jährlich stattfindenden Fest selbst beigewohnt haben, bei dem sich der König seinem Volk zeigt. Reich geschmückt ziehe der Herrscher mehr als 6000 Männern dabei nach und beglücke das Volk auf vielfältige Weise, bis er mit seinen Kriegsführern in den Palast zurückkehre, um dort einige Tiere und neuerlich Menschen zu opfern, schließlich in gesonderten Häusern seinen Teufeln oder " Götzen " zu dienen. Des weiteren sei bei diesem Anlass das Spiel verschiedener Musik-Instrumente erklungen. Dem König schreibt Ultzheimer zu, dass dieser der oberste " Teufelsanbeter " sei oder persönlich gar für einen Gott gehalten werde. Ihm sein alle Menschen Leibeigene, er führe stetigen Krieg gegen Geister und Dämonen, seinetwegen würden die Männer im Volk ge-/beschnitten. Von den Altären zu Ehren der Vorfahren berichtet Ultzheimer weiter nur grob, dass dort alle Knochen der je vom Verstorbenen gegessenen Tiere aufgereiht würden, dazu noch manche Elfenbeinzähne und soviel hölzerne Kopfdarstellungen, wie der Verstorbene zu Lebzeiten Feinde im Krieg umgebracht habe.
Von der Stadt heißt es, dass sich diese durch eine stabile Umzäunung, den knapp beschriebenen Palast des Herrschers - und die etwa 700 Frauen desselben darin - besonders auszeichne. Das Land des Königs von BENIN erstrecke sich bis LAGO [LAGOS], in vorderster Linie auf einer Insel gelegen.

Von Missionen um 1651/52 und der eigenen christlichen Exaltation um beobachtete Menschenopfer gab dann Felipe de Hiyar [auch: de Hijar, Yjar] in zwei Mitteilungen offizielle Nachricht . Zum einen erwähnt er, wie er persönlich zeremoniellen Opferungen im innersten Hof des Königspalastes beigewohnt und sich in offener Rede an den König gewendet habe, solch grausames Machwerk zu unterbinden. Nur auf das gewalttätige Drängen des obersten Veedor hin habe man sich daraufhin aus dem Palast drängen und schließlich aus der Stadt vertreiben lassen. Wegen ihres eigenen Mutes für den rechten Glauben derart in größte Gefahr geraten, so de Hijar über sein zeitweiliges Martyrium weiter, sei man schließlich bis GOTTO [UGHOTON] verbracht und erst nach vier Tagen aus dortiger Gefangenschaft befreit worden.
Im offiziellen Gesandtschaftsbericht legte de Hijar die eigenen Erfahrungen an verschiedenen Orten wesentlich knapper dar, verwies nur kurz auf die Nachbar-Reiche ARDRA, OERE, CALABAR und JABO sowie das " Land des Heiligen Johannes ", hob unter den insgesamt neun Mönchen vor allem Vater Angelus de Valencia als Präfekten dieser Mission hervor. Von MINA aus, so de Hijar, sei man an der Küste vor Ardra entlang zunächst bis nach GOTO [UGHOTON] an Bord eines kleineren Schiffes gelangt, habe jedoch schon bald drei der Geistlichen an eine Krankheit verloren und zudem vier Monate wegen der Regenzeit dort verweilen müssen. Schließlich im BENIN angelangt, sei man vom König zunächst freundlich empfangen worden und habe bald die Zusage erhalten, dass eine Kirche für die Mission gebaut werden solle. De Hiyar erwähnte in diesem Zusammenhang auch sehr knapp die Mutter des Königs, welche ihnen ebenso freundlich und aufmerksam begegnet sei, ohne dass deren Bedeutung (Funktion, Teilhabe an offiziellen Gesprächen o. ä.) irgendwie ausgeführt wird. Gleichzeitig verweist der Mönch auch auf einen " Günstling des Königs ", der nach Auskunft de Hiyar´s eigenmächtig handelte, als dieser die Geistlichen zum Verlassen der Stadt aufforderte. In diesem Zusammenhang habe man die Sprache der Einheimischen erlernen wollen, da es an Übersetzern mangele, doch hätten sich die " lokalen Teufelsanbeter " dagegen verwahrt. Neuerlich erwähnt der Dienst-Bericht die häufigen Menschenopferungen und dass man nach offener Ermahnung gegen den König, dieses des eigenen Seelenheils wegen zu unterlassen, der Stadt verwiesen worden sei.

In seinem ausführlicheren Schreiben führt de Hiyar auch aus, man habe sich mit diesem Anliegen sogar an die Mutter und weitere, allerdings nicht näher bezeichnete Anverwandte des Königs gewendet. Doch blieb man auch hier erfolglos. Insgesamt, so der Prediger weiter, müsse man dringend den König selbst zur religiösen Umkehr bewegen, da hierzulande alle Menschen dessen eigene " Sklaven " sein und ohne dessen Zustimmung den christlichen Glauben niemals annehmen würden. Über die Stadt BENIN berichtet de Hiyar, man habe besonders den Palast des Königs zu bemerken, der aus drei großen Höfen bestehe und in welchem beinahe täglich Feiern, " Opferungen und Teufels-Anbetungen ", stattfänden. Der Ort selbst sei von weiten und geraden Straßen geprägt, die Häuser aus rotem Ton errichtet, die Dächer mit Palmwedeln bedeckt. Auch der Missionar verweist auf das einmal jährliche Fest, bei dem der König öffentlich zu sehen sei. Er will von 300 Frauen des Herrschers wissen; alle dienten der Mutter des Erstgeborenen, der später zum nachfolgenden König erhoben werde. Über die Würdenträger ist zu erfahren, dass diese sich durch eine Korallenkette auszeichneten, die ihnen vom König verliehen sei. Ein jeder dieser " Ersten des Volkes " habe eigenes Gefolge und eigene Musikanten mit Flöten aus Elfenbein, Trommeln, Zupfinstrumente sowie Kalebassen (vgl. DARK; HILL 1971, OMIBIYI 1983 und 1986, MEYER, A. 1997, PILIPCZUK 1985). Zu Pferde würden diese durch Begleiter zu jeder Seite so gestützt, dass ihre Arme auf deren Schultern ruhten. Auch finde sich in jedem Haus der Obersten ein Schrein, mit Knochen oder Tierschädeln als Idole versehen, wobei manche Schädel beachtliches Elfenbein hielt. Dort werde den vielgestaltigen Teufeln geopfert.

Zur Mitte des 17. Jahrhunderts finden sich weitere holländische Berichte; zum einen durch einen Anonymus - um 1650 (vgl. JONES, A. 1995) - und zum anderen, wohl davon beeinflusst, vom holländischen Medicus Olfert Dapper, erstmals 1668 vorgelegt (vgl. JONES, A. 1998). Dapper, der persönlich nie im BENIN war und noch bei seiner kompilierenden Arbeit erhebliche Fehler machte, wurde mit seinen ausführlichen Beschreibungen ebenso wirkmächtig wie er skeptisch zu betrachten ist. Beachtlich ist seine Darstellung allerdings vor allem, da sich darin vielfältige zeitgenössische Kenntnisse bzw. ältere Vorstellungen finden lassen. Zudem war er offenbar bemüht, einen recht umfangreichen Katalog von Fragen durchaus gewissenhaft zu beantworten, an dem sich wohl Bosman bzw. van Nyendael, um 1700, orientiert haben, der auch noch spätere Darstellungen zu organisieren half.

Dapper führte ausführlich in die geographische Lage des Reiches BENIN und dessen Hauptstadt OEDO [BENIN-Stadt] ein, stellte Flüsse und Orte heraus, gab knappe Hinweise auf die vielfältige Flora und Fauna, widmete sich einer ausführlichen Beschreibung der Stadt, führte verschiedene Gruppen im Reich vor, handelte von Kindbett und Zwillingsgeburten, Mehrehe und Witwen-Versorgung. Nacktheit und Haartrachten fanden ebenso Eingang in seine Beschreibung wie Details zur sozial-politischen Organisation des Reiches, zu den Märkten und den dort gehandelten Waren, zu Bestattungen der Würdenträger und zu den Opferhandlungen, zu rechtlichen Fragen um Erbschaften, zum Kriegswesen und vielerlei mehr. Im Zusammenhang zur Hauptstadt hob auch Dapper u. a. den königlichen Palast und dessen Ausstattung hervor. Beachtlich sind vor allem seine detaillierte Schilderung des Hofes, besonders Hinweise auf an den umgebenden Türmen angebrachte kupferne Vogel-Darstellungen.

Auch Dapper gibt Auskunft über ein jährliches Fest, zu dem sich der Herrscher in prächtigem Gewand seinem Volk zeige. Davon unterscheidet er einen anderen Festtag, an dem der König seinen Reichtum zur Schau stelle, Einzelne mit Würdenämtern auszeichne und sich der Treue seines Volkes versichere.
Wie schon der anonyme Portugiese um 1540 bemerkte, werden auch bei Dapper die aufwändigen Zeremonien und freiwillig mit in den Tod gehenden Begleiter des Königs bei der Beisetzung des Leichnams erwähnt. Dapper führt ebenfalls aus, man kenne hierzulande verschiedene Festtage, an denen man sich der verstorbenen Herrscher jedes Jahr " wiedererinnere ", und habe wohlgeordnete Vorgehensweisen, den Sohn des Herrschers als Nachfolger und neuen Gebieter zu erheben.
Als " Fetische der Gemeinen " stellte Dapper hölzerne Teufelsbilder vor und erwähnte auch Ausleger zu Fragen, etwa ob Aussicht auf erfolgreiche Kriegszüge bestehe. Als metallene Darstellungen von Kriegsszenen, ohne dass deren Verwendung oder Bedeutung erörtert werden, hat Dapper im Zusammenhang zum Palast auch dessen (mit Reliefplatten?) beschlagene Pfeiler erwähnt.


... zum Seitenanfang... nächster Abschnitt

18. UND 19. JAHRHUNDERT.

An Dapper u. a. orientierten sich - zuweilen direkt plagiierend und zuweilen " aus zweiter oder dritter Hand " übertragend - John Ogilby (1670), Jean Barbot (1688), Awnsham und John Churchill (1704) sowie William Smith (1727) . Einige kürzere Notizen, wie die von James Nightingale, erwähnen nur am Rande BENIN oder scheinen sich eher mit LAGOS denn mit der Stadt oder dem EDO- Reich auseinander zu setzen . Das Problem dieser Unschärfe - in der Frage BENIN oder LAGOS - dürfte auch noch für einzelne andere Hinweise aus dem frühen 18. Jahrhundert gelten, wie Law ausgeführt hat .

Wiederum wesentlich umfangreicher und zuweilen aus eigener Anschauung berichtete David van Nyendael in seinem " Brief " an Willem Bosman über seine Beobachtungen im BENIN um 1700 . Dapper, wie bereits erwähnt, half wohl als wichtige frühere Beschreibung diesen Brief zu strukturieren und war gleichsam Anlass zu kritischen Reflektionen. Wie für andere Beiträge darf m. E. gelten, dass es oft nur schwer zu entscheiden ist, ob van Nyendael tatsachenhaft/er oder bloß ausführlich/er als frühere Beiträge berichtete. Jedenfalls stellte auch er Land und Fluss BENIN, Portugal´s Handelsplatz sowie den Handel in AREBO vor.
Er erwähnte dazu räuberische Flusspiraten, benannte weitere Gefahren für das Leben der Händler. Neben der Landschaft stellte er auch die sozial-politische Ordnung vor, flicht die Vasallen des Königs ein, verwies auf " Sklaven des Königs " als eine Ehrenbezeichnung der Menschen. Neben BOEDEDOE, AREBO und AGATTON findet auch MEIBORG ausführliche Erwähnung. Das Wesen der Neger im allgemeinen, der Umgang mit einheimischen Händlern, drei Stände, Würdenträger und Gemeine, deren Speisen, Kleidung, Frisuren, Ehefeierlichkeiten und derlei mehr stellte er verschieden detailliert vor.

Zu Dapper verschieden hat er die Bedeutung von Zwillingsgeburten ausgemalt, wiederum ähnliche Fragen an Erbschaft und Nachfolge sowie die Religion und den Glauben an verschiedene Götter, Teufel und Geister gestellt. Konkrete Abbilder der Abgötter, Opferungen und Festtage wie die von ihm als " Couraelfeest " aufgezeigte Gedenk-Feier erwähnte er ausführlich. Einen Schwerpunkt der Darstellung machen ferner seine ausführlichen Deutungen zeitgenössisch zu beobachtender Veränderungen (Verwüstungen) aus.

Aus dem Jahre 1704 ist dann der Bericht einiger Unterhändler auf dem holländischen Schiff Opmeer, dass vor ARBO ankerte, über ihre Vereinbarungen mit den dortigen Chiefs erhalten (vgl. RYDER 1969 : 135). Den exklusiven Verkauf von Elfenbein aus der Region (Bucht BENIN) dokumentiert zudem ein Handelsabkommen mit Holland von 1715 (vgl. dazu RYDER 1969 : 316-319). Viele weitere kurze Schreiben, etwa der Brief von Gerrit Ockers von UGHOTON aus an Pieter Valckenier vom November 1724 (vgl. RYDER 1969 : 331-334), schweigen zur Kunst. Abraham Raems lieferte 1736 zu derlei Fragen nur kurze Hinweise (vgl. RYDER 1969 : 187), beispielsweise zu dem " Thron " des OBA und die von ihm in BENIN-Stadt beobachteten Opferungen anlässlich der Feierlichkeiten für den Vorgänger des OBA (vielleicht das Fest UGIE-ERHOBA). Dabei bleibt es unklar, ob er dies alles wirklich selbst beobachtet hat. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden überdies einige Beschreibungen, die nach " Kenntnis der Zeit " die Berichte von Dapper und Nyendael zusammenfassten oder plagiierten (soweit denn vorgeblich eine eigenständige Darstellung vorgelegt wurde).

Der Engländer William Smith brachte 1744 in dieser Form seine Beschreibung heraus, welcher die seines Landsmannes Thomas Astley 1746 folgte. Besonders von letzterer machte offenbar wiederum Johann Jakob Schwabe in Vorbereitung seiner eigenen Darstellung von 1749 Gebrauch. In Kenntnis Dapper´s und Nyendael´s Beiträge lassen sich darin die entsprechenden Passagen schnell ausfindig machen bzw. sind von Schwabe mit Verweis auf Dapper, Dantzig und Nyendael klar angemerkt.

Smith fasste - vorgeblich im April 1727 - zusammen, wie das Land an der Mündung jenes inzwischen " berühmten Formosa-Fluss " beschaffen sei, dass es hier Piraten gebe, eine jede Nation ihren eigenen angesehenen König habe, man dort unheilvoll von " Musketoes " belagert werde. Weiterhin gibt Smith darin Nyendael folgend die Kunde weiter, wie die sozial-politische Ordnung gestaltet sei, dass es in den Städten " Vize-Könige " gebe und der Handel über die bekannten " Mercadors " und " Fiadors " abgewickelt werde. Von BENIN-Stadt trägt er zusammen, es gebe dort nach dem König noch die " Premierminister ", welche allesamt als Zeichen von Macht und Rang eine Korallen-Schnur tragen. Vom Essen, der Kleidung, der Nacktheit der Kinder, wie man sich hier eine Jungfrau als Eheweib nehme, was beim Ehebruch geschieht, wie man mit Zwillingen verfährt, welche Abgaben es zu entrichten gilt usw., ist ebenfalls bereits Bekanntes neuerlich vorgetragen. Zur Stadt, dessen Lage und Ausstattung, schließlich die Auseinandersetzung zwischen dem König und einem seiner " Straßen-Könige " folgt er ausführlich den holländischen Vorlagen.
Schwabe wies in seiner gelehrten Darstellung über das "Königreich Benin, Binnin, Binni oder Benni, (denn auf so vielerley Arten wird es geschrieben)" auf seine Vorlagen mehr oder minder explizit hin. Nyendael benennt er etwa als Referenz für die Gestalt der Landschaft, die Lage verschiedener Königtümer, die Ungesundheit des Flusses, bekannten Vorfall mit dem Kaufmann Beldsnijder. Mit Bosman´s Briefschreiber und Gotthard Arthus von Dantzig verwies Schwabe weiter auf die großen Straßen und Tore in sowie den Graben um die Stadt. Nyendael´s " Straßen-Könige " legte Schwabe als Vorsteher der Stadtviertel aus, "wie etwa in London die Aldermänner", den Aufstand und die Flucht gibt er mit großem Vertrauen auf dessen Worte entsprechend nah wieder.
Ebenso übernimmt er ausführlich die Hinweise zum Palast, zur kupfernen Schlange an einem Turm und den geschnitzten Brettern in einer Galerie. Schwabe trug auch sein Verständnis der aus Kupfer "von eben so einem Künstler" gegossenen Köpfe und des Elfenbeins vor, übernahm und erweiterte die Vorstellung martialischer Todesstrafen, schmückte aus, wie die Schwarzen "hier sehr geil" sein, "welches man dem Pardonweine und ihren guten Speisen zuschreibt". Wie man Kranke versorgt, den Leichnam von Verstorbenen wasche, trockne und dann beisetze, worin die Besonderheiten beim Tode des Königs liegen, wie man sich das Jenseits vorstelle und derlei mehr, trug er zumeist nach Dapper vor. Entsprechend gibt er Kunde davon, dass man alle Menschen als " Sklaven des Königs " betrachte, welche Stände es gebe und wie die Erbfolge geschehe. Beachtlich sind ferner Schwabe´s - bisweilen wohl Barbot ausschmückende - Hinweise darauf, dass der Thronerbe bei dessen Erhebung zum neuen König nach OASEBOE, einer Stadt unweit OEDO´s, ziehe und während dieser Zeit die Mutter des nächsten Herrschers, der ONEGWA und der " Großmarschall " als Regenten fungierten. Auch nimmt Schwabe die Kenntnis von " elfenbeinernen Zeugen früherer Herrscher " in seinen Bericht auf.
Der Däne Ludvig Ferdinand Rømer kommt in seiner Beschreibung der

Guinea-Küste ebenfalls auf BENIN zu sprechen (vgl. RØMER 1760, in deutscher Übertragung 1769) . Beachtenswert sind seine Anmerkungen zur Bedeutung der unter dem Begriff " Aggri " bekannten Schmuck- und Ehrzeichen, deren materielle Grundlage auch gegenwärtig noch Rätsel aufgibt. Rømer sind zudem einige " Kenntnisse " geschuldet, die zuweilen eine eigenständige Auslegung der sich ihm darbietenden Vorlagen beinhaltet. Grundlegend führte Rømer dazu aus, dass der herrlichen Küste Guinea nichts fehle - "als bessere Einwohner", welche dazu bereit wären einzusehen, dass sie in einem "irrdischen Paradiese" lebten. Im Besonderen kenne man hier keine eigene Gelehrsamkeit; vielmehr sei davon auszugehen, dass wesentliche Elemente der Kultur von BENIN und weiterer " Neger " als Zeugnisse anderer Herkünfte zu verstehen sein. Die "rothen Contreterre" [Couralen], die Roßschweiffe, die Asagayen, manche Aspekte der Religion (besonders die Beschneidung) usw. führt Rømer explizit auf das Judentum, die "alten Chaldäer" oder noch andere Vorfahren zurück. Ein nicht näher bezeichneter Engländer habe, so Rømer weiter, ihm in kritischer Auseinandersetzung mit Nyendael davon berichtet, dass man im BENIN durchaus sehr "lebhaft und klug" und "auch etwas gelehrt" sei. Man wisse über die Geschichte des Landes von so manchen "Hieroglyphischen Figuren" (vgl. dazu HAU 1959, 1961, 1964 und 1967) und erinnere sich anhand von "steinernen Bildnüssen". Von den "Agrien" will er wissen, dass diese in der Erde gefunden würden und ehemaliger Halsschmuck von Verstorbenen sein.

John Adams berichtete vom eigenen Besuch bei dem von ihm als "Bowarré" bezeichneten OBA um 1800 . Sein Bericht richtet sich zunächst an Händler und deren finanzkräftige Auftraggeber, wenn er zusammenfasst, man schlage eigene Waren zunächst an einem Ort namens GATTO [UGHOTON] um, könne noch hierhin gut mit Schiffen von bis zu 60 Tonnen navigieren. Wie es üblich sei, habe auch er einen Weg von dort " in Richtung Nord-Ost bis Nord " nach BENIN genommen, um dem dortigen König einen Besuch abzustatten. Deren Einwohnerzahl schätzte Adams auf etwa 15.000, ihren Herrscher nannte er einen " Fetisch ", der selbst Mittelpunkt der Verehrungen sei. Jener "Bowarré" sei etwa fünfundvierzig Jahre alt gewesen und man verkläre ihn mit göttlichen Eigenschaften, alsdass dieser angeblich weder esse noch schlafe. Die Audienz habe etwa eine Stunde gedauert und man sei landestypisch gastfreundschaftlich miteinander umgegangen, habe Geschenke ausgetauscht.
Adams hob zudem einige herumziehende Tänzerinnen, die schmuckreiche Kleidung der Höflinge sowie die eher geringen Menschenopferungen hervor. Ansonsten sei vieles dem ähnlich, wie man es auch von andernorts kenne. Als bemerkenswert erachtete er zudem, dass der Sklavenhandel inzwischen merklich nachgelassen habe, die Engländer mehr und mehr ausblieben.

Jean Francoise Landolphe, Legroing und Balon besuchten im ausgehenden 18. Jahrhundert die Stadt BENIN und gaben in einem Brief, datiert 14. Mai 1787, Auskunft über ein Fest. Nach RYDER 1969 : 199 könnte es sich dabei um ein UGIE-IVIE-Ritual gehandelt haben. Ähnliches darf wohl auch für die ausführlicheren Beschreibungen wie den Bericht von Capitaine Landolphe, der sich erstmals 1769 als Junior-Officer an Bord des Schiffes L´Africaine auf dem BENIN-Fluss und 1771 wie auch 1778 wiederum dort befand, gelten.

In den Allgemeinen Geographischen Ephemeriden haben deutschsprachige Gelehrte u. a. eigene Übertragungen zeitgenössischer, fremdsprachiger Beschreibungen dargeboten.
Nach Ambroise Marie Francois Joseph Palisot de Beauvois (vgl. BEAUVOIS 1801a, auszugsweise kompiliert in BEAUVOIS 1801b) heißt es dort über "das Volk der Beniner", dass diese zwar freundlich, doch ebenso " zügellos fanatisch abergläubig " sein. Ihrem despotischen Herrscher brächte man tausende Schlachtopfer dar, während sich dieser selbst nur zu zwei Gelegenheiten im Jahr öffentlich zeige. Mit Verweis auf Dapper und vor allem Nyendael werden das "Fest der Corallen und das Fest der Yamswurzeln" eingeführt. Zudem will Beauvois dort beobachtet haben, wie man dem König "ein in der Sonne getrocknetes irrdenes Gefäss, ein wenig Erde, und eine Yamswurzel von der letzten Erndte" gebracht und der Herrscher zu Gesang und Tanz diese Yamswurzel öffentlich in die Erde gesteckt und ihr derart " seinen Segen " gegeben habe. Zu ähnlicher Gelegenheit habe man beobachten können, wie der Heerführer - ähnlich in der bei Dapper allein dem Herrscher vorbehaltenen Weise - in einem aufwendigen Festzug mit Musikanten und Gefolge zum Palast kam. Dieser " Minister ", so Beauvois, habe selbst Dutzende Frauen. Bemerkenswert ist der übersetzte Hinweis auf den "breiten, kurzen ovalen Säbel, wie ein Durchschlag durchlöchert, und am Griffe mit einem breiten starken Ringe versehen", den dieser bei jener Gelegenheit in der Hand trage. Ferner schildert er einige zeremonielle Handlungen, die jedoch obskur bleiben, bis er schließlich auf den Palast zu sprechen kommt. Dort will er einen Altar gesehen haben, von dem es in der Übersetzung heißt, dass dieser "nicht viel von den unsrigen abwich; an jeder Ecke zierten ihn zwey Elephantenzähne, mit verschiedenen grob eingegrabenen Figuren, die keine eigentliche Bedeutung hatten, sondern blos durch die Phantasie des Verfertigers entstanden waren." Ausführlicher sind die anschließende Tötung von Menschen, Gesänge, ihr fanatischer Rausch - auch durch reichen Branntwein-Genuss bedingt - erwähnt. Nur drei Ausgaben später findet sich an gleicher Stelle der Bericht Francois Legroing´s, der Darstellung Labarthe´s folgend, anonym aus dem Französischen übertragen .

Im Mai 1787 hatten sich Legroing und Landolphe dem Bericht zufolge von AGATHON bzw. GATO [UGHOTON] über GOHR bzw. GAURE mit Hilfe einheimischer "Handelsagenten, die man hier mit dem portugiesischen Namen Passadors oder Führer nennt", und von 30 Einheimischen nach BENIN tragen lassen. Zunächst sei man bei dem "Kriegskapitän" eingekehrt. Dort habe man in einem Raum des Hauses "ein Denkmal, dessen vorzügliche Ausschmückung aus acht von Holz geschnitzten Bildern bestand, deren jedes einen Elefantenzahn trug, wovon einer acht Fuss lang war", vorgefunden. Dieses sei "das Mausoleum seines Vaters", heißt es in der Übersetzung weiter. Vor allem daran interessiert, einen Vertrag zwischen Frankreich und dem BENIN-König zu schließen, fährt der Bericht fort, wie man einem Menschenopfer beigewohnt und im Palast die geräumigen Zimmer des Königs, neuerlich "mit geschnitzten Elephantenzähnen ausgeziert" beschrieben, ansehen konnte. Zwei Zähne, so der übersetzte Bericht weiter, "hat der König seinem Fetische geweiht, und auf diese setzt er einen hohen Werth". Ferner eröffnet sich dem Leser, dass man einen "guten, gefunden Negersklaven" schon für "250 bis 280 Livres (64-72 Thlr.)" erwerben könne. Anders als Beauvois, der sich selbst als aufmerksamen Beobachter rühmte, endet dieser "kurze Reisebericht" mit dem Verweis, man habe vom "so wenig erforschten Lande, wie Benin", nur wenig Nachricht geben könne, sei darin aber zuverlässig.

BENIN hatte inzwischen die gewichtige Aufmerksamkeit England´s erlangt, sodass der an Kuriosem aus der Ferne interressierte Hugh Crow (vgl. CROW 1830 bzw. das von WILLIS; RALPH herausgegebene Reprint 1970) in seinen Anekdoten auch zeitgenössische Kenntnisse wiedergab, wohl ohne jedoch selbst vor Ort gewesen zu sein. So fasste er nach verschiedenen Vorlagen und Informanten zusammen, wie das Land beschaffen sei, in welchem Gebiet sich die Herrschaft ausdehne und behauptete, dass es etwa 50.000 Einwohner in der Stadt gebe. Beachtlich sind seine Hinweise auf die Überreste katholischer Missionen, deren Bauten jedoch inzwischen halb verfallen sein. Zeichen deren Wirkens wären die zuweilen vorzufindenden " Kruzifixe bzw. Heiligenbildnisse ".

Weitere Beobachter, etwa James Fawkner im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, interessierten sich wiederum fast ausschließlich für die von ihnen beobachtete Praxis von Menschen- und Tier-Opferungen . Und nur wenige Reisende beschrieben überhaupt einzelne Kunstwerke zumindest ihrem Material, ihrer Größe oder ihrer ungefähren Funktion nach. Eine dieser Ausnahmen war John King, der sich etwa 1820 vor Ort aufgehalten hatte . Ihrem englischen Publikum eröffneten die Wundärzte Moffat und Smith dann gewisse Einblicke in die Lebensgewohnheiten. Robert Jamieson verfasste aus dem Hören-Sagen, den Erlebnissen der Beiden im Mai 1838 folgend, einen 1841 veröffentlichten Bericht (vgl. JAMIESON 1841). Auf ihrer Reise hätten die beiden Engländer zunächst das Grab Belzoni´s besucht (vgl. dazu ergänzend FAGG, W. B. 1977), wären dann von Trägern bis nach BENIN verbracht worden. Erschüttert zeigte man sich vom barbarischen Gemüt deren Einwohner, die allenthalben menschliche Schädel anhäuften, weswegen ein großes Gelände nahe dem Marktplatz wohl ganz richtig das hiesige "Golgotha" zu nennen sei. Schließlich habe man zweimal Gelegenheit gehabt, den König, einen rüstigen alten Mann, zu treffen. Dabei besprach man Fragen zum Handel in GATTO sowie das Ansinnen, wann England den Sklaven-Handel wieder aufnehmen wolle. In diesem Zusammenhang habe sich der König des BENIN sehr amüsiert gezeigt, dass der König von England eine Frau sei. Währenddessen erzürnte ihn, dass besagter Sklaven-Handel nun nicht wieder aufgenommen werden solle.

Von einem späteren König, der um 1850 auf den Thron erhoben worden sei, wie auch der vorgeblichen Vergiftung Belzoni´s, berichtete William Baikie wenige Jahre später (vgl. BAIKIE 1856 : 329-349 bzw. das Reprint 1966). Der oberste " Dju-Dju-Mann " im BENIN, namentlich Parsons, habe diesen Mord begangen und halte auch weiterhin Belzoni´s Aufzeichnungen bei sich. Ferner führt Baikie knapp aus, dass man sich hierzulande "mit o o o auf den Schläfen gegenüber jedem Auge" bezeichne, die SOBO den BINI zu Tribut verpflichtet sein, man weiter nicht viel Neues von diesem Landstrich, allgemeinhin TSHEKERI genannt, zu wissen brauche.

Und erst im ausgehenden 19. Jahrhundert nahmen die Berichte in ihrem jeweiligen Umfang wieder erheblich zu. Doch wenn etwa der Vize-Konsul des Oil Rivers Protectorate und Captain des East Lancashire Regiment, Henry Lionel Gallwey [variierend auch Galway], über seine im März 1892 durchgeführte und wieder für das darauffolgende Frühjahr 1893 geplante Reise berichtete, waren seine Interessen an dortiger Kultur offenbar nur sehr oberflächlich, aus heutiger Perspektive - zuweilen unglaublich - belustigend . Dabei darf auch nicht übersehen werden, wie viel schärfer seine Aussagen zu einer neuen englischen Dominanz in der Region wurden . Beachtlich ist zunächst, dass Gallwey angesichts Dapper und Barbot feststellt, wie wenig über das Land bekannt zu sein schien. Vom Land und dem Fluss berichtete er, es gebe hier beinahe nur einen großen Mangroven-Sumpf, der lediglich hier und da von kleinen Bächen durchzogen sei. Für den Handel sei es wichtig, dass die Unterkünfte der Händler, in früheren Zeiten wohl bloß Baracken, inzwischen recht ansehnliche Häuser wären. Zum Handel fasste er zusammen, dass bislang nur sehr wenig Elfenbein vom König erworben wurde, da dieser solches Geschäft mit seinem " Fetisch-Veto " unterbunden habe. Nach Lage der aktuellen Verträge (vom März 1892), die Gallwey selbst so hervorragend ausgehandelt habe, sei dies derweilen jedoch schon weit verbessert. Und es bleibe die Hoffnung, schon in absehbarer Zeit die reichhaltigen Waren - wie Gummi, Mahagoni, Kaffee und noch mehr - viel besser handeln zu können! Gallwey führte weiter aus, wie er zusammen mit Hutton, Hanley und Swainson von GWATO [UGHOTON] über EGORO bis in die Stadt BENIN gelangt war. Dort, so fasste der Engländer zusammen, gebe es in den Häusern zahllose unheimliche Nischen mit Schädeln von Menschen, man finde an den Wänden die Abdrücke riesenhafter Hände aus Kalk und Blut, die Stadt sei letztlich vor allem Sitz einer sehr mächtigen " Theokratie von Fetisch-Priestern ". Menschenopfer sein an der Tagesordnung, die Herrschaft eine des " Terrors ". Nunmehr, da dieses Land unter dem " Schutz [der Protektion] Ihrer Majestät [der Königin von England] " stehe, so Gallwey weiter, bleibe zu hoffen, dass die grauenvollen Praktiken der vielfachen Menschenopfer endlich ein Ende finden würden. Zunächst Dapper und andere Vorlagen diskutierend, verwies Gallwey weiter auf die Königsresidenz als den herausragenden Teil der Stadt. In jedem Hof finde sich ein Fetisch-Schrein, der aus einer Vielzahl von Elfenbeinzähnen, manche durchaus ansehnlich beschnitzt, arrangiert sei und überdies eine Sammlung einheimischer Bronzewerke umfasse, die allesamt immer wieder mit Blut bespritzt würden. Weiterhin merkt er an, dass die Stadt auf keinerlei Weise mit Festungsmauern geschützt sei; den einzigen Schutz vor Angriffen böte die natürliche Barriere des undurchdringlichen Waldes. Einstmals, so Gallwey weiter, genoss das dortige Volk den Ruf, große Weber und Metallbearbeiter aufweisen zu können. Zweifelsohne übe man sich in diesen Bereichen auch heute noch, doch habe Gallwey selbst davon nichts vor Ort sehen können. Allein einige, jedoch nicht näher differenzierte, bronzene Stücke recht geschickter Handwerkskunst habe man vorgefunden.

... zum Seitenanfang

Zu den Schriftquellen vgl. grundlegend
Fage 1987, rev.²1994 sowie
diverse Beiträge von Robin Law, Albert van Dantzig und Adam Jones,
die intensive Quellenarbeit betrieben haben.

Alle Quellen liegen hier folgend in deutscher Übersetzung vor (eigene, vorläufige Arbeitsversionen - soweit nicht anders gekennzeichnet). Es finden sich zudem knappe editorische Hinweise zu Archiven, früheren Übersetzungen und Kommentaren.

ca./c. 1500 - 1600
ca./c. 1600 - 1700
ca./c. 1700 - 1800
ca./c. 1800 - 1900

© Thorsten Spahr // www.BeninKunst.de 2006- // Dieser Text ist urheberrechtlich besonders durch die gedruckte, allein zitierfähige Fassung (KuT) geschützt, die Sie bequem hier >bestellen können.