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Benin um 1700 - Einführung.

Über die Kenntnis der Geschichte Benin´s - zur Bedeutung der Quellen.

Die Geschichte der Edo-Kultur des früheren Benin im heutigen Süd- Nigeria lässt sich infolge der inzwischen Jahrzehnte währenden Überlegungen zahlreicher Fachwissenschaftler zentral beteiligter Arbeitsbereiche - von der Archäologie und Metallurgie über die Anthropologie und Ethnologie bis zur Kunst- und Geschichtswissenschaft - meist mehr oder minder gesichert, bisweilen aber nur skizzenhaft oder gar höchst spekulativ bis in das 10. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen und aufzeigen.

Über Jahrhunderte entwickelten im Benin viele Generationen von namentlich zumeist längst vergessenen Männern und Frauen ihre eigene Kultur. Sie trieben Handel oder bestellten das Land. Es erwuchsen religiöse Auffassungen zu einem weiten Götterpantheon. Militärische Auseinandersetzungen mit den geographischen Nachbarn wurden ausgefochten, medizinische Kenntnisse in der magisch-mystifizierten Heilkunst fortentwickelt, politische Strategien zum Machterhalt durch die Herrschenden erwogen und umgesetzt.
Zuerst ist es jedoch die heute in den wertvollen Schausammlungen europäischer und us-amerikanischer Museen verstreute Metall- und Elfenbein-Kunst der Handwerksgilden, die dem Oba [~ König] - Reich Benin einen exponierten Platz in der Weltgeschichte sicherte.

So, wie heute die Entwicklung Benin´s mit gewissen Kontinuitäten, einigen Brüchen und Wandlungen nebst konkreten Motiven und Gründen bestimmter Ereignisse - von der Begründung erster Siedlungen, der Zentralisierung des Reiches, vielfältiger Handelskontakte mit dem Hinterland und den Europäern seit dem 15. Jahrhundert sowie der Wandlungen im Inneren bis zur Zerstörung 1897, schließlich der Teilhabe an der heutigen Republik Nigeria aus ehemaligem britischem Kolonialmandat - dargestellt wird, beruht diese auf der interpretierenden Darlegung verschiedener Quellen.

Stets sind es die Quellen, die das Fundament jeden historischen Arbeitens ausmachen. Diese sind allererst zu untersuchen, zu befragen, zu interpretieren und in ihrer Bedeutung und Aussage kritisch zu würdigen. Von ihnen ausgehend liegt es in der Kompetenz des Historikers, Zusammenhänge zu erkennen und explizit zu machen. Denn der Prozess geschichtswissenschaftlicher Erkenntnis ist in diesen durch Menschen geschaffenen Zeichen begründet, durch welche die Vergangenheit methodisch in Interpretationen erschlossen werden soll.

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© Thorsten Spahr // www.BeninKunst.de 2006- // zitierfähig ist nur die gedruckte Fassung ! > bequem bestellen