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JUNGE, PETER : Die Datierung von Gedenkköpfen. Das Beispiel der Berliner Sammlung. In: Plankensteiner, Barbara (Hg./Ed.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria. Gent; Wien 2007 : 184-197. [Engl. 2007]
Mit einigen Tafeln sehr anschaulich aufbereitete, vergleichende Überlegungen zur Möglichkeit, jenseits von "Hypothesen, Vermutungen und bestenfalls Annäherungen" verschiedene Methoden der Datierung der Gedenkköpfe "auf ihre Aussagefähigkeit" hin zu prüfen; Junge führt knapp ein, wie sich einige Benin-Wissenschaftler - u.a. Eisenhofer und Picton - bereits um die Problematik einer relativen, zeitlichen Gliederung dieses zentralen Quellen-Corpus bemüht hatten, weist auf dessen Entkontextualisierung infolge der Ereignisse von 1897 hin ("nicht nur eine politische und menschliche Barbarei, (...) auch eine wissenschaftliche") und nimmt sich ausführlich der mehr als 30 im Ethnologischen Museum Berlin befindlichen Einzelobjekte an (etwa 20 Oba-Gedenkköpfe und weitere Iy´Oba-Gedenkköpfe); erörtert werden stilistische (Luschan, Struck, Fagg, Willett) und naturwissenschaftliche (Werner, Riederer, Willett und Sayre) Zuweisungen nach mehr oder minder ausgeprägter ´Stilisierung´ bzw. jeweiligen Blei-Zinn-Zink-Gehalten, deren Widersprüche und ungesichert-hypothetischer Charakter der Verfasser deutlich unterstreicht; Junge hebt als eigene (m. E. recht plausible) Perspektive vor allem hervor, dass man sich - von europäischen Denk- und Sehgewohnheiten abgelöst - durchaus porträt-artige Ensembles (gewissermaßen mnemo-real als "das tradierte Wissen um die Zuordnung der Altäre zu bestimmten Personen") jenseits von allgemeinen Entwicklungslinien denken könne und tendiert - bei vom Verfasser selbstkritisch geäußerten Vorbehalten um die Genauigkeit von metallurgischen Untersuchungen - zu recht "gesichert[er] (...) Einordnung der zinkarmen Gedenkköpfe in die Zeit vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum frühen 17. Jahrhundert (...), während die Gedenkköpfe mit Plinthe dem 18. und 19. Jahrhundert zuzuordnen sind"; mit 1 Abbildung und 7 Tafeln.

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Descriptive, comparative considerations concerning the well-known commemorative-heads, questioning ealier methods of dating them - apart from certain ´hypotheses, assumptions and approximations´ - for their correctness; Junge briefly introduces some Benin-scholars´ problems to find out about a relative, temporal organisation of the arts - e.g. Eisenhofer and Picton - and discusses the uncertainties that follow the event of 1897 (which was ´not only a political and human barbarian act, (...) but also a scientific´) and looks closer at the about 30 heads in the collection of Berlin´s Ethnological museum (c. 20 Oba-heads and some other Iy´Oba-heads); the author compares prominent stylistic (Luschan, Struck, Fagg, Willett) and chemico- physical research (Werner, Riederer, Willett und Sayre), questions the idea of an implicit cultural / artistic development - more or less ´clearly to be found out about´ - and stresses contradictions and the unsecured- hypothetical character of all theories presented yet; Junge´s own perspective - genuinly plausibly - is to characterise the heads together with other elements on the shrines as ´Portrait-like ensembles´ (what is known can be seen as mnemo-real, this means ´the traditional knowledge allocates the altars to certain persons´ - whether historical true or not); at least the author tends to think of a ´quite clear chronology´ - mentioning problems of the accuracy of metallurgical research critically on his own - from ´heads with little zinc only at the end of the 15th to early 17th century (...) to heads with special plate of the 18th and 19th century´; with 1 ill. and 7 tables.

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© Thorsten Spahr // www.BeninKunst.de 2006- // Alle Rechte an den hier bibliographisch erfassten und subjektiv begründet kommentierten Texten liegen beim jeweiligen Verlag, Verfasser ... !!